Kurkuma, die heilige Pflanze

13.06.2019 12:33

Kurkuma gilt als Klassiker der Naturheilkunde - geschätzt seit Jahrtausenden und inzwischen mit modernen Studien erforscht. Wir geben einen Überblick über Geschichte und Gegenwart der Wunderknolle.

[Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Sie stammen aus mehreren, voneinander unabhängigen, frei zugänglichen Quellen. Die Informationen stellen keine medizinische Beratung dar. Diese sollte stets von einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker erfolgen.]

Kurkuma ist eine mehrjährige Pflanze, die zur gleichen Familie wie Ingwer gehört. Ihr lateiniseher Name lautet „Cureuma longa“ und ist eine Adaption des arabischen „al-kurkum“, was ursprünglich „Safran“ bedeutet. Der Name spielt damit auf die Ähnlichkeit zum Gewürz Safran an, das ebenfalls für seine gelbe Farbe berühmt ist. Äußerlich ähnelt Kurkuma einer Ingwerwurzel. Im Gegensatz zum Ingwer ist es jedoch intensiv gelb gefärbt. Die Kurkuma-Pflanze wird bis zu einem Meter hoch

und erinnert mit ihren hellgrünen Blättern an Schilf. Wie andere Ingwer-Gewächse vermehrt sich Kurkuma nicht über Samen, sondern durch unterirdische Wurzelausläufer, die sogenannten Rhizomen. Aus ihnen wird das Gewürz Kurkuma gewonnen.
Kurkuma Knolle

Ursprünglich stammt Kurkuma aus Indien und Südostasien. Seit über 4000 Jahren ist die Wirkung von Kurkuma bekannt und sie wird als Heilpflanze geschätzt. So wird Kurkuma seither in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der indischen Ayurveda-Lehre als Heilmittel verwendet.

In Indien galt die Pflanze sogar als heilig und wurde von Gläubigen verehrt. Auch heute gehört Kurkuma zur Hindu-Kultur und ist fester Bestandteil vieler religiöser Rituale, in denen die gelbe Farbe die Sonne symbolisiert. So wird etwa bei der hinduistischen Hochzeitszeremonie das Brautpaar von Verwandten und Freunden mit Ghee eingerieben und ansehließend mit Kurkuma bestäubt. Dieses Ritual soll die Liebe des Paares nach der Trauung wachsen lassen.

Die Heilkunst Ayurveda ordnet Kurkuma den „heißen“ Gewürzen zu. Diese sollen den Körper reinigen und ihm Energie spenden. Es gilt in der ayurvedisehen Lehre auch als scharf, bitter, trocken, reinigend und stoffwechselanregend. Durch arabische Händler gelangte Kurkuma früh nach Europa, wurde dort jedoch eher als Küchenkraut genutzt.

Vorkommen und Ernte

Heute ist Indien das größte Anbauland von Kurkuma. Da es in der indischen Küche als eines der wichtigsten Gewürze gilt, werden 80 Prozent der weltweiten Kurkuma-Ernte auch in Indien verbraucht. Die Wurzelstöcke der Kurkuma-Pflanze werden nach der Ernte gekocht, getrocknet, poliert und zu Pulver vermahlen. Das frische Kurkuma-Rhizom riecht aromatisch und schmeckt herb. Erst getrocknet entwickelt es sein volles und typisches Aroma. Kurkuma sollte dunkel
gelagert werden, da es bei Licht sein Aroma verliert und die Farbe verblasst.

Kurkuma Forte Pulver

Kurkuma-Pulver ist aus der indischen Küche nicht wegzudenken. Es wird zum würzen und färben zahlreicher Gerichte verwendet und ist eine der wichtigsten Zutaten für die Gewürzmischung „Garam Masala“. Die englische Kolonialherrschaft brachte Kurkuma nach England, wo es Bestandteil des bekannten gelben Currypulvers wurde. Auch die meisten anderen Curry-Mischungen haben Kurkuma-Pulver als Grundlage. In der thailändischen Küche wird überwiegend die frische Kurkuma-Knolle verbraucht, in Westsumatra dienen sogar die Blätter als Würzmittel.

Im Westen spielt Kurkuma als Gewürz für Speisen eine eher untergeordnete Rolle. Hier nutzt die Lebensmittelindustrie den Farbstoff, um Senf oder Teigwaren gelb zu färben. Wegen seiner leuchtend gelben Farbe wird Kurkuma auch Gelbwurz oder indischer Safran genannt. So ist der Farbstoff der Kurkuma-Rhizome fast identisch mit dem Glykosid, das Safran seine typisch gelbe Farbe verleiht. Kurkuma hat jedoch ein völlig anderes Aroma als Safran und ist deshalb kein geeigneter Ersatz für das teure Safran.

Inhaltsstoffe und medizinische Verwendung

In der Medizin ist der wichtigste Bestandteil der Kurkuma-Pflanze das Curcumin, ein sekundärer Pflanzenstoff, der bis zu drei Prozent der Kurkuma-Pflanze ausmacht. Curcumin ist für die gelbe Färbung von Kurkuma verantwortlich, weshalb es als Lebensmittelzusatz unter der Bezeichnung E100 verwendet wird. In zahlreichen Studien konnte auch eine medizinische Wirkung von Curcumin nachgewiesen werden. So soll der Stoff antioxidativ, entzündungshemmend, antiseptisch und schmerzlindernd wirken. Manche Heilpraktikern raten deshalb bei Diabetes oder Knie-Arthrosen zum Verzehr von Kurkuma. Einige Quellen zu dem Thema sprechen sogar von einem vorbeugenden Effekt gegen Krebs oder Alzheimer, wobei die Studienlage hier weniger klar ist. In der chinesisehen Medizin wird Kurkuma
zur Behandlung von Schulterschmerzen oder Koliken verwendet und soll bei Husten helfen.

Curcumin kann vom menschlichen Körper jedoch nur sehr schwer aufgenommen werden. Der tägliche Gebrauch von Kurkuma als Gewürz in der Küche führt deshalb in der Regel nicht zum gewünschten Ergebnis. Erst in Verbindung mit schwarzem Pfeffer und dem darin enthaltenen Piperin gelingt dem Körper die Resorption in relevanter Menge - Studien sprechen vom Faktor 200, um den die Aufnahme verbessert wird. Deshalb enthalten seriöse Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel nicht nur Curcumin in erhöhter Konzentration, sondern auch Piperin.

Quellen:
Lexikon der Lebensmittel, Eeon Ullstein Verlag, München, 2001
www.kurkuma.info
www.kurkuma-wurzel.info
http://gernot-katzers-spice-pages.com/germ/Curc_lon.html
http://web.archive.org/web/20040811104825/http://www.spizes.com/spiceonline/CategoryList/Turmericat.asp
https://www.foreverly.de/magazin/heiraten-in-indien-die-brauche/
http://www.kurkuma-wirkung.de/ayurveda/

Studien:
Kurkuma in Bezug auf Blutzucker: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22108476

In Bezug auf Arthritis: http://www.greenmedinfo.com/article/complex-curcumin-and-phosphatidylcholine-effective-reducing-symptoms-ostearthritis

K. Madhu, K. Chanda, M. J. Saji: Safety and efficacy of Curcuma longa extract in the treatment of painful knee osteoarthritis: a randomized placebo-controlled trial. In: Inflammopharmacology, Dezember 2012


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